Vom Tellerwäscher zur Führungskraft

Da unternehmen Firmen und deren Personalabteilungen enorme Anstrengungen, zerbrechen sich den Kopf über Gesundheitsmanagement, Personalentwicklung, Mitarbeiterbindung und Führungsstrategien; sie schnüren tolle Programme, bieten Entwicklungschancen, holen sich bekannte Trainer, Berater und High Professionals, entsenden ihre Mitarbeiter auf Seminare, geben Unsummen für Trainings und Weiterbildungsmaßnahmen aus, huldigen ihrem guten Ruf und exzellenten Image und erliegen beim Betreten der firmeneigenen Teeküchen dann doch der Tatsache: „Es könnte auch anders sein!“

Tatort „Teeküche“
Halbleere Kaffeetassen stapeln sich, Gläser stehen aufgetürmt, Teller mit angetrockneten Essensresten verdecken rare Ablagefläche, benutztes Besteck ruht kreuz und quer dazwischen, gebrauchte Servietten liegen zerknüllt neben dem überquellenden Abfalleimer, die Geschirrspülmaschine ist zum Bersten voll – egal ob mit sauberem oder schmutzigem Geschirr beladen – leere Pfandflaschen, „alte“ Packungen und mitgebrachte Tupperschüsseln warten sehnsüchtig auf ihre Besitzer, abgelaufene Lebensmittel verstopfen den Kühlschrank, die Mikrowelle strotzt vor Fett- und Soßenflecken und an der Wand prangen drei Schilder:

1. „Die Küche ist in ordentlichem Zustand zu verlassen!“
2. „Schmutziges Geschirr gehört in die Spülmaschine! Die Geschirrspülmaschine ist vollständig zu beladen und in Betrieb zu nehmen. Nach Ablauf des Spülprogramms ist die Maschine zu entladen!“
3. „Die Mikrowelle wurde auf vielfachen Wunsch der Belegschaft angeschafft. Sollte sich weiterhin der Sauberkeitszustand nicht bessern, wird sie wieder entfernt.“ gez. Die Geschäftsleitung

Führungsproblem?!
Mag sein, dass dieser Zustand ein wenig übertrieben ist, oder aber auch einige Firmen dafür Reinigungspersonal vorhalten, aber die Sauberkeit und Ordnung in der Teeküche ist ein Spiegelbild aktuell praktizierter Führungsverantwortung, gelebtem Miteinander und Messinstrument für Führungskultur, Unternehmenskommunikation und Betriebsklima.

Der Weg „vom Tellerwäscher zum Millionär“ – respektive Führungskraft – führt bekanntermaßen nur über die Einstellung und Haltung des „Do it yourself“! Genauso verhält es sich für die Benutzung von Teeküchen, Geschirrspülmaschinen, Mikrowellen und anderen Betriebsausstattungen. Nicht wenige Führungskräfte ziehen sich auf ihre funktionale Hierarchieebene zurück und vertreten den Standpunkt: „Das ist Sache der Mitarbeiter!“ Und diese halten im Gegenzug die bewährte und gewohnte Führungsstruktur aufrecht und sagen: „Das zu regeln ist Sache und Aufgabe des Chefs!“

Ein Dilemma!?
So, jetzt haben wir den Salat! Niemand fühlt sich angesprochen. Jeder macht den Anderen dafür verantwortlich. Keiner will´s gewesen sein. Ein kleiner Tipp:
Sich selbst mal an die eigene Nase fassen und seine Gedanken wie das eigene Verhalten auf den Prüfstand stellen. Selbst Vorbild sein. Go the extra mile!

Und für Führungskräfte gilt insbesondere:
Andere führen heißt zuallererst: Sich selbst führen!
Denn keiner will sich doch sagen lassen: „Wie der Herr so s G´scherr!“ Oder?