Blackbox – what a magic power!

Im ersten Teil habe ich die Blackbox als Komfortzone beschrieben, deren Wände und Decken nach gewisser individueller Reifezeit für uns zu klein und zu eng geworden sind.

Die Blackbox ist mehr! Sie ist – von außen – betrachtet ein unschlagbares Kistchen voller Schätze, Ressourcen, Potenziale, die zur Entfaltung und Reifung den Schutz der Dunkelheit brauchen. Aber, momentmal! Eine Blackbox ist nicht zwingend schwarz, nur weil die Farbe Bestandteil des Namens ist.

Denn: Befinden wir uns in der Blackbox ist es hell, freundlich, angenehm – ja überaus positiv. Bis, ja bis uns das Leben an die nächste Aufgabe heranführt. Jetzt wird ́s grau. Auf einmal steht diese Wand wieder da; unsere eigene Begrenztheit? Und wir begeben uns dabei – jetzt unwissentlich innerhalb der Blackbox befindend – an den Rand, den Graubereich, unserer Komfortzone. Durch bisherige Erfahrungen und Erkenntnisse gestählt, in wohl vertrauten Verhaltensmustern und Denkweisen handelnd, vielleicht auch ein bisschen in Bequemlichkeit verharrend, machen wir weiter wie bisher. Wir sind es ja so gewohnt. Nun fährt unser Kopf das volle Programm. Wir sind verletzt und beleidigt – verteufeln das Leben, weil es uns so schwer gemacht wird. Stur verfolgen wir weiter unsere bisherigen Strategien. Rums. Widerstand. Schwarz wird ́s erst, wenn wir unsere Unnachgiebigkeit und Verhaftung in bisher Gewohntem einfach nicht aufgeben wollen. In diesem Moment glauben wir nämlich an nichts anderes. Es gibt für uns keinen anderen Weg. Dass es da draußen noch viel mehr Wege und Möglichkeiten gibt, die uns das Leben erleichtern, das wollen wir da noch nicht wissen.

Das Leben trägt uns und noch besser: es will uns tragen! Darum gibt es diese Herausforderungen und Prüfungen. Begreifen tun wir das erst, wenn wir durch den schmerzlichen Prozess der Transformation – der Sichtbarmachung der Reifung – durchgegangen sind. Wir müssen uns Beulen holen. Schmerz ist der Schalter für unser persönliches Wachstum – unseren Reifeprozess!

Wie Dr. Rosina Sonnenschmidt in einem ihrer Seminare sagte: „Wir sind wie eine Zwiebel. Ist die eine Schicht weg, steht die nächste schon da.“ Es ist ein immerwährender Prozess – ein steter Ent-wicklungsprozess. Ein Schöpfungsprozess. Aus der Blackbox befreit zu sein bedeutet, das Leben als solches anzunehmen, mit all seinen Schichten und Facetten. Es ist, wie es ist! Ein Sprichwort besagt: „Übung macht den Meister!“ Und hurra! Ich kann sagen: „Ich bin ein Meister, der übt!“ Mit dieser neugierigen Freude entdecken wir das Leben in jedem Moment neu. Gespickt mit zahlreichen Erkenntnisgewinnen und aus Vergangenem schöpfend, bilden wir unser Fundament sekündlich u.a. durch Erfahrung, Beobachtung, Austausch und Reflektion.

Nun, es ist egal wie Erfolg für jeden von uns definiert ist, aber auf dem weiteren Weg zum Erfolg sollten folgende grundlegenden Kenntnisse Beachtung finden:

1. Überzeugungen
Familientraditionen, Kindheitsprägungen und Überzeugungen
Traditionen, insbesondere Familientraditionen und die damit verbundenen und überlieferten Überzeugungen sind Verwurzelungen und Verhaftungen – Grundsteine – die unseren Weg pflastern. Ich spreche zum Einen von den tiefsten, tiefsten, tiefsten Überzeugungen und Glaubenssätzen, beispielsweise „Unsere Familie hat sich alles hart erarbeiten müssen“; „Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen“ oder „Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Geldes nicht wert“ und so weiter und so fort und zum Anderen über Generationen hinweg eingeübte Verhaltensweisen und Muster. So z. B. „Mein Großvater war Arzt, mein Vater war Arzt, ich werde auch Arzt“; „Spare, spare, spare“ oder „Was denken denn die Leute über uns“. Die Liste könnte ich unendlich fortführen. Ich bin mir sicher, dass Ihnen aus Ihrem Leben ebenso Zahlreiches einfällt.

Bei näherer Betrachtung und genauem Hinschauen (evtl. über eine Aufstellungsarbeit) ergibt sich oftmals, dass diese Überzeugungen und Glaubenssätze unbewusst getragen werden, d.h. gar nicht zu einem gehören (wollen). Sie sind wie Ketten an uns gebunden – fest verzurrt, und wir tragen diese Last fast unser gesamtes Leben lang. Mitunter wundern wir uns dann über die geistige Eingefahrenheit und unseren körperlichen Zustand. Dazu kommt unser grundsätzliches Rollenverständnis. Dieses Rollenverständnis geht weit über die üblichen Rollen, die jeder von uns täglich in einer Vielzahl bekleidet hinaus und betrachtet das ureigene Verständnis von Mann und Frau. Hier sind die Kindheitsprägungen ausschlaggebend. So wird beispielsweise die Prägung durch das Verhalten des Vaters: „Eine Frau hat dem Mann zu gehorchen“ im Unterbewusstsein als Überzeugung verankert, die sich im Berufs- wie Privatleben Erfolg verhindernd auswirken kann. Jetzt ist die Zeit, die Fesseln endlich aufzulösen, sich vom „Ballast“ zu befreien, einen roten Teppich auszulegen, um mit Leichtigkeit den Erfolg in Empfang zu nehmen. Ein Akt der Versöhnung verbunden mit der Anerkennung, Würdigung und Dankung ist hier überaus hilfreich. Die Verzeihungsarbeit mit Rückgabe des „Ballasts“ an den Ursprung der Entstehung, denn dieser hat seine ihm bestimmte Aufgabe bestens erfüllt, eignet sich hier sehr gut. Die Auflösung traditioneller Verhaftungen und Kindheitsprägungen befreit uns aus der Vergangenheits-Blackbox und erleichtert uns das weitere Leben.

Eigenes Weltbild und die Akzeptanz anderer Weltbilder
Aus Traditionen, Prägungen und Überzeugungen formt sich in uns unsere Weltanschauung, unser Weltbild. Es ist nicht immer einfach, die Menschen so zu nehmen wie sie sind, was sie tun, wie sie denken, wie sie handeln usw. Denn allzu schnell sind wir mit Vorverurteilungen, Etikettierungen und Wertungen zur Stelle. Dabei können wir nicht alles über den Menschen, die Situation, den Sachverhalt wissen. Was wir mitbekommen ist nur ein klitze, klitze, klitzekleiner Ausschnitt – ein Moment – dessen. Der Satz von Sokrates „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ bewahrheitet sich hier wieder und sollte in der eigenen Grundhaltung und in der Begegnung und Zusammenarbeit mit Menschen beachtet werden. Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, dass ich mich tunlichst nicht als Beraterin vorstellen darf. Denn: Sofort werde ich in die Ecke ‚Unternehmensberatung’ gesteckt. Unternehmensberatung ist bei den meisten Menschen negativ besetzt und wird mit „vernichten Arbeitsplätze“, „Kosten viel Geld und bringen doch nichts“ assoziiert. Ohne den Menschen wirklich zu kennen, wird er sofort in eine Schublade gesteckt, um von dort auch nicht mehr hinausgelassen zu werden. Es bedarf enormer Anstrengung und Vertrauensarbeit dies zu ändern. Was mich beruhigt, es geht vielen Berufsgruppen so.

Wissenswert hierbei ist, dass solch getroffene Aussagen nur die eigene Einstellung, Haltung, Denkweise und Übernommenes widerspiegeln. Wir gehen damit in Resonanz, was bei uns selbst auch ist. Was uns an anderen stört und auffällt ist nichts anderes als unser eigener innerer Anteil (unser Schatten). „Was Peter über Paul sagt, sagt mehr über Peter, als über Paul“ oder den Watzlawickschen Ausspruch leicht verändert: „Was ich über X denke, sagt mehr über meine innere Einstellung und Haltung, als über X.“ Mit Etikettierungen und Vorverurteilungen sind wir alle zügig bei der Hand und legen Schablonen darauf. Und wieder sind wir in unserer Blackbox gefangen, diesmal ist sie mit Schubladen ausgestattet und mit beschrifteten Etiketten beklebt. Sich stets dabei zu überprüfen ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Erfolg und zur gesunden Selbstpositionierung.

Wertigkeit
Die Grenze unserer Komfortzone erreichen wir spätestens dann, wenn es um unseren Selbstwert geht. Oft beobachte ich gerade bei Selbständigen, Unternehmern und vor allem Existenzgründern, dass sie davor zurück schrecken für ihre guten Leistungen auch einen guten Preis zu verlangen. „Kann ich diesen Preis überhaupt verlangen?“ ist hier die unsichere Frage. Angebot und Nachfrage regeln den Markt. Nur, wenn ich selbst meine Leistung als für nicht wertvoll erachte, wird dieses Minderwertigkeitsgefühl bzw. die Unsicherheit auf die Dienstleistung oder das Produkt übertragen. Und der Kunde spürt das und nimmt Abstand! Und noch was: Bin ich selbst nicht bereit anderen für ihre Leistung einen Gegenwert zuzugestehen und zu geben, ist es nicht verwunderlich, dass auch hier nichts (für mich) bei rum kommt. Energie (Geld ist auch eine Form von Energie) folgt immer dem Weg des geringsten Widerstands. Geld will genauso geliebt werden wie die eigene Arbeit. Zum Thema ‚Geld’ eine kurze Anmerkung: Achten Sie einmal bewusst darauf, welche Begriffe Sie und Ihr Umfeld für ‚Geld’ benutzen. Die Wortwahl und Sprache offenbaren, wie die Realität zum Thema ‚Geld’ aussieht. Überprüfen Sie sich selbst! Sprache ist mächtig.

2. Erwartungen
Das Lesen einer Überschrift weckt Erwartungen. Ein angebahnter Kontakt weckt Erwartungen. An die Familie, Freunde, Partner, Geschäftspartner, Kunden, etc. werden Erwartungen gestellt. Diese wiederum haben ihrerseits Erwartungen an uns. Ich selbst stelle permanent und unbewusst Erwartungen an mich und meine Umwelt. Sich mit seinen Erwartungen auseinander zu setzen und die Erwartungen meiner Umwelt zu erfragen, ist ein wesentlicher Baustein des eigenen Fundamentes. Um kooperative Beziehungen zu gestalten, bedarf es der Kenntnis der Erwartungshaltung des Gegenübers. Dissonanzen, Konflikte, Streits basieren in vielen Fällen auf nicht ausgesprochenen bzw. geklärten Erwartungen. Oft gehen wir davon aus, dass der andere schon weiß, was ich meine – ohne es in Wirklichkeit ausgesprochen zu haben. In einer meiner Teamentwicklungsmaßnahmen hat eine Teilnehmerin über ihren Chef die Bemerkung fallen lassen: „Ich soll seine Gedanken lesen.“ Der Chef stellt unbewusst die Forderung (meint die Teilnehmerin), sie verharrt auf ihrem Standpunkt, unternimmt nichts und schmollt. Eine erste Störung in der Arbeitsbeziehung ist so gegeben. „Die Lösung ist immer einfach und heiter“, hörte ich Dr. Rosina Sonnenschmidt in einem Seminar zu Medial- und Heilkunst sagen. Ja, es ist so einfach! Einfach nur nachfragen, dabei wertschätzend (und humorvoll) zurück melden, dass das Gefühl des Gedankenlesens da ist und um mehr Information bzw. Unterstützung bitten. „Ich weiß, dass ich weiß, dass ich nichts weiß“. Überprüfen Sie sich selbst und testen Sie es! Damit bringen Sie auch etwas mehr Licht in die Blackbox des anderen und Sie sind Ihrer Positionierung wieder ein Stückchen näher!

3. Veränderungsbereitschaft
Der brasilianische Autor Paulo Coelho hat den Satz geprägt: „Jede Gelegenheit, sich selbst zu verändern, ist eine Gelegenheit, die Welt zu verändern.“ Aus unseren ungeklärten Erwartungshaltungen heraus, verlangen wir oftmals, dass sich die Anderen ändern sollen oder sogar für uns ändern müssen. Vorsicht Blackbox! Die Wände stehen schon wieder da. Die Bereitschaft zuerst sich selbst in den Weg des Windes zu stellen, sich an der eigenen Nase zu packen und zu hinterfragen ist für den eigenen Erfolg zwingend notwendig: „Was ist mein Beitrag, den ich hierzu aktiv wie passiv – durch tun oder lassen – geleistet habe? Welchen Anteil habe ich daran, bewusst wie unbewusst, dass es ist, wie es ist?“

Dass sich Erfolg einstellt, liegt ganz bei uns selbst. Jeder einzelne ist für sich selbst verantwortlich! Denn: Wer sät, der erntet. Ebenso wichtig ist zu hinterfragen: „Wo liegt meine Aufmerksamkeit, mein Fokus? Sehe ich nur Schwächen und Probleme oder bin ich mir der Stärken bewusst und finde Lösungen?“
»Es könnte auch anders sein« Dieser vielzitierte Spruch begegnet mir sehr häufig in Unternehmen. Er passt in jedes Leben und in jede uns umgebende Lebenssituation.

Wissen tun wir alle sehr viel. Erfolg versprechend ist nur unser Handeln! Und ebenso wichtig: Wie sieht es mit meiner Bereitschaft aus zu GEBEN? Jedes Ziel, das ich verfolge, bedarf mindestens einer Investition – blenden wir den materiellen Aufwand einmal kurz aus. Mit und aus Freude, Liebe und Herzenskraft die „Extrameile“ gehen, ohne Erwartung auf Gegenleistung, ehrlich, aufrichtig und aus ganzem Herzen: Das ist die Energie, die Erfolg an sich bindet.

„Anders sein, darf nicht sein“, so das Ich zum Mich. „Aber, ich bin anders und will anders sein!“, sagt das Mich. „Hilfe, hol mich hier raus“, sagt das Ich aus dem Mich.

Die Blackbox annehmen, sich aus ihr befreien und den Weg des Erfolges gehen, bedeutet – Veränderungen zulassend und initiierend – die Überprüfung der eigenen Einstellung, Haltung und getragenen Überzeugungen. Sie dabei als eine wertvolle Schatzkiste zu betrachten, gefüllt mit Ressourcen und Potenzialen, entfaltet ungeahnte Kräfte und Wirkungen. „What a magic power!“ – „And a star is born!“

Die Inhalte der einzelnen Themen sind hier nur angerissen und geben ausschließlich meine eigenen Erfahrungen und Erlebnisse wieder. Verstehen Sie diesen Kommentar als ein Angebot eines ersten Perspektivenwechsels. Und übrigens: Den Weg Ihres Erfolgs begleite ich gerne; mit einem Erfolgcoaching für Sie & Ihr Business!